Etappe Portomarín – Palas de Rei: Vollständiger Leitfaden Jakobsweg
Alles über die Etappe von Portomarín nach Palas de Rei auf dem Camino Francés: 25 km, Höhenmeter, Stationen, Verpflegung und Tipps für die Übernachtung.
Die Etappe Portomarín – Palas de Rei
Die Etappe von Portomarín nach Palas de Rei gilt als eine der unterschätztesten Strecken des Camino Francés. Nach der bekannten Etappe Sarria – Portomarín führt Sie dieser Abschnitt tief ins ländliche Galicien — durch Eichenwälder, kleine Weiler und über sanfte Hügel, die den typischen Charakter der letzten 100 km prägen.
Eckdaten der Etappe
- Distanz: 24,8 km
- Aufstieg: ca. 580 m
- Abstieg: ca. 360 m
- Schwierigkeit: Mittel
- Reine Gehzeit: 6 bis 7 Stunden
- Höchster Punkt: Sierra Ligonde (720 m)
Profil und Charakter
Die Etappe beginnt direkt nach der berühmten Treppe von Portomarín hinunter zum Embalse de Belesar und führt über die Brücke aus der Ortschaft hinaus. Die ersten 4 Kilometer sind ein durchgehender, ruhiger Anstieg über die Landstraße LU-633 und Waldwege. Anschließend wechseln sich Asphaltabschnitte und Schotterpisten ab, ohne technisch anspruchsvoll zu werden.
Wegpunkte Schritt für Schritt
Portomarín (km 0): Verlassen Sie den Ort über die Brücke über den Miño. Direkt danach beginnt der erste Anstieg. Füllen Sie Ihre Trinkflasche auf — die nächsten Brunnen sind 8 km entfernt.
Toxibo (km 3,5): Erster kleiner Weiler. Eine Bar an der Hauptstraße bietet Kaffee und Tortilla. Idealer erster Stopp, um den morgendlichen Anstieg zu verarbeiten.
Gonzar (km 8): Ortschaft mit Herberge und mehreren Cafés. Hier endet der eigentliche Aufstieg. Die romanische Kirche Santa María ist einen Blick wert.
Castromaior (km 9,5): Sehenswert ist hier das prähistorische Castro de Castromaior, eine vorrömische keltische Siedlung 200 m abseits des Weges. Der kleine Umweg lohnt sich — die Aussicht über das Land ist beeindruckend.
Hospital da Cruz (km 11,5): Mittagspause-Klassiker. Mehrere Bars servieren Caldo gallego und Bocadillos. Der Name erinnert an ein mittelalterliches Pilgerhospital.
Ventas de Narón (km 13,5): Kleiner Weiler an der höchsten Stelle der Etappe (720 m). Von hier geht es überwiegend bergab.
Ligonde (km 17): Ortschaft mit Pilgerfriedhof und der historischen Kapelle Os Lameiros. Eine bedeutende Station mit jahrhundertealter Pilgergeschichte.
Eirexe (km 18,5): Pfarrkirche aus dem 12. Jahrhundert. Gute Bar mit Schatten für eine letzte Pause vor dem Ziel.
Portos (km 20): Hier zweigt der Weg zum Mosteiro de Vilar de Donas ab — ein romanischer Klosterbau mit gotischen Fresken, der zu den Schätzen Galiciens zählt. Wer Zeit hat, sollte den 4 km langen Umweg einplanen.
Lestedo (km 22): Letzter Weiler vor Palas de Rei. Sanfter Abstieg durch Eukalyptus- und Eichenwälder.
Palas de Rei (km 24,8): Ankunft im Etappenort. Der Weg führt direkt durch das Zentrum, vorbei am Concello und der Iglesia de San Tirso.
Wo essen unterwegs
- Frühstück in Portomarín: Café Casa Pérez für Tortilla und café con leche
- Mittagessen in Hospital da Cruz oder Ventas de Narón: typisches Pilgermenü ab 12 €
- Snacks: Empanada gallega in fast jeder Bar — leicht, kompakt und ideal für den Weg
- Wasser: Brunnen in Gonzar, Hospital da Cruz und Eirexe — alle trinkbar
Praktische Tipps
- Früher Start: Verlassen Sie Portomarín bei Sonnenaufgang, besonders im Sommer. Der Aufstieg ist in der Morgenkühle wesentlich angenehmer.
- Schuhe: Festes Schuhwerk reicht — keine Hochgebirgsausrüstung nötig. Bei Regen können einzelne Abschnitte matschig werden.
- Wasser: Mindestens 1,5 Liter. Zwischen Portomarín und Gonzar gibt es keine zuverlässige Wasserstelle.
- Pause in Castromaior: Der Abstecher zum keltischen Castro dauert nur 15 Minuten und ist einer der schönsten Stopps der Etappe.
- Stempel: Sammeln Sie mindestens zwei Stempel pro Tag — Vorgabe für die Compostela auf den letzten 100 km.
Höhenprofil und Schwierigkeitsgrad
Mit 580 Höhenmetern Aufstieg gehört die Etappe zur Kategorie "mittel". Die meiste Steigung wird in den ersten zehn Kilometern überwunden, danach folgt ein langes Plateau mit sanftem Auf und Ab. Wer regelmäßig wandert, schafft die Strecke in etwa sechs Stunden plus Pausen. Pilger ohne Vorbereitung sollten sieben bis acht Stunden einplanen und einen längeren Mittagsstopp einlegen.
Spirituelle und kulturelle Highlights
Diese Etappe verbindet drei besonders bedeutende Pilgerstationen: das Castro de Castromaior als vorchristliche Stätte, die Kapelle Os Lameiros mit ihrem Pilgerfriedhof in Ligonde und das Mosteiro de Vilar de Donas. Wer Zeit hat, plant einen halben Tag mehr ein, um diese Orte in Ruhe aufzunehmen. Vilar de Donas ist insbesondere wegen seiner mittelalterlichen Fresken einen Umweg wert — laut Tradition wurden hier Ritter des Santiago-Ordens beigesetzt.
Was kommt danach?
Palas de Rei markiert die mentale Halbzeit der letzten 100 km. Vor Ihnen liegt die längste Etappe der gesamten Strecke: 29 km bis Arzúa, mit dem berühmten Stopp in Melide für den Pulpo á feira. Eine erholsame Nacht in Palas de Rei ist die beste Vorbereitung. Mehr dazu in unserem Leitfaden zu den letzten 100 km des Jakobswegs. Wer noch unsicher ist, welche Jahreszeit für die Tour ideal ist, findet Antworten in unserem Überblick zur besten Reisezeit für den Jakobsweg.
Wo übernachten in Palas de Rei
Casa Andaina liegt in der Rúa Mercado, direkt am Jakobsweg im Zentrum von Palas de Rei. Sie verlassen das Haus am nächsten Morgen und stehen ohne Umweg auf der gelben Pfeil-Markierung Richtung Arzúa.
- 6 Schlafzimmer: in zwei unabhängigen Apartments (Kapazität 10 bzw. 5 Personen)
- 2 voll ausgestattete Küchen: zum Selbstkochen nach der Etappe
- 2 Badezimmer mit Badewanne: — ideal für müde Pilgerbeine
- Glasfaser-WLAN: und Zentralheizung im ganzen Haus
- Münzwaschsalons 50 m entfernt: für die Pilgerwäsche
- Direktbuchung: ohne Plattform-Provision: 982 204 131
Mehr Informationen finden Sie auf unserer Seite zu Jakobsweg-Unterkünften in Palas de Rei und in unserem Landhaus-Angebot für Gruppen in Galicien. Sehen Sie sich auch unsere aktuellen Angebote an.
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