Wann ist die beste Zeit für den Jakobsweg?
Vergleich Monat für Monat: Wetter, Pilgerandrang, Preise und Empfehlungen für den optimalen Zeitpunkt Ihres Camino Francés.
Wann ist die beste Zeit für den Jakobsweg?
Eine der ersten Fragen vor dem Jakobsweg lautet: Wann soll ich gehen? Die ehrliche Antwort: Jede Jahreszeit hat ihre Reize und ihre Schattenseiten. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Monat für Monat, was Sie auf dem Camino Francés erwartet — vom Wetter über den Andrang bis zu den Preisen.
Die vier Hauptkriterien
Bevor Sie ein Datum festlegen, bewerten Sie diese vier Punkte für Ihre Situation:
- Wetter und Tagestemperaturen — Frieren oder schwitzen Sie lieber?
- Pilgerandrang — Suchen Sie Geselligkeit oder Ruhe?
- Verfügbarkeit von Unterkünften — Reisen Sie spontan oder mit Vorausbuchung?
- Preisniveau — Spielen Hochsaison-Aufschläge eine Rolle?
Frühjahr (März bis Mai)
Klima: Übergangswetter mit großen Schwankungen. März und April bringen kühle Mornings (5–10 °C) und milde Tage (12–18 °C). Häufige Regenschauer, vor allem in Galicien. Im Mai stabilisiert sich das Wetter, Temperaturen erreichen 18–22 °C.
Pilgerandrang: Niedrig im März, mittel im April (insbesondere zu Ostern), steigend im Mai.
Landschaft: Wiesen explodieren grün, Apfelbäume blühen, Eichenwälder sprießen frisch aus.
Preise: Niedrig in der Vor- und Nebensaison.
Empfehlung: Mai ist einer der schönsten Monate für den Camino. Die Natur ist auf dem Höhepunkt, die Pilgerherbergen noch nicht überfüllt und die Temperaturen ideal zum Wandern.
Sommer (Juni bis August)
Klima: Hochsommer mit Tageshöchstwerten zwischen 25 und 35 °C. In Kastilien können es kurzzeitig auch 38–40 °C werden. Galicien bleibt durch die Atlantik-Nähe milder (22–28 °C), aber Regenschauer sind nie ausgeschlossen.
Pilgerandrang: Sehr hoch. Juli und August sind die mit Abstand vollsten Monate. Auf den letzten 100 km ab Sarria laufen täglich Tausende Pilger.
Unterkünfte: Frühbuchung ist Pflicht — besonders an Wochenenden und in beliebten Etappenorten wie Portomarín oder Palas de Rei.
Preise: Höchste Preise des Jahres in privaten Unterkünften und Pensionen.
Empfehlung: Wer Geselligkeit, internationale Begegnungen und volle Bars sucht, ist im Sommer richtig. Wer Ruhe und kühles Wetter sucht, eher nicht. Wenn doch Sommer, dann mit frühem Start um 6:00 Uhr morgens, um die Mittagshitze zu vermeiden.
Herbst (September bis November)
Klima: September ist der heimliche Lieblingsmonat vieler erfahrener Pilger — warme Tage (20–25 °C), kühle Abende, geringere Regenwahrscheinlichkeit. Im Oktober wird es kühler (15–20 °C), im November regnerisch und feucht (10–15 °C).
Pilgerandrang: Mittel im September, sinkend im Oktober, niedrig im November.
Landschaft: Die galicischen Wälder verfärben sich in Kupfer- und Goldtöne. Weinlese in der Ribeira Sacra. Pilze sprießen im Wald.
Preise: Sinkend nach September.
Empfehlung: September ist objektiv betrachtet einer der besten Monate — warmes Wetter ohne Hochsommer-Andrang. Oktober für stille Wanderer mit guter Regenausrüstung.
Winter (Dezember bis Februar)
Klima: Kalt und feucht. Temperaturen zwischen 2 und 10 °C. In den galicischen Bergen kann Schnee fallen. Tageslichtstunden auf 9 Stunden begrenzt.
Pilgerandrang: Sehr niedrig. Manche Etappen können Sie komplett allein bewältigen.
Unterkünfte: Viele öffentliche Herbergen schließen oder reduzieren den Service. Private Häuser und Pensionen bleiben in der Regel geöffnet — vorausgesetzt, sie sind beheizt.
Preise: Tiefststand des Jahres.
Empfehlung: Nur für erfahrene Wanderer, die mit Kälte und Regen umgehen können. Die Stimmung ist meditativ, fast einsam — eine spirituelle Erfahrung. Achten Sie unbedingt auf eine [vollständige Packliste mit Winter-Ausrüstung](/de/blog/packliste-jakobsweg).
Monat-für-Monat Übersicht
- Januar: Sehr ruhig, kalt, viele Schließungen — für Erfahrene
- Februar: Ähnlich wie Januar, erste längere Tage spürbar
- März: Wetter wechselhaft, kaum Andrang — gute Wahl für Stille-Sucher
- April: Ostern bringt eine Welle Pilger, danach wieder ruhiger. Schöne Landschaft
- Mai: Ideal — Wetter, Natur, moderate Pilgerzahlen
- Juni: Anfang des Sommertrubels, Wetter meist stabil und warm
- Juli: Hochsommer und Hochsaison gleichzeitig — heiß und voll
- August: Wie Juli, plus zusätzliche spanische Urlauber
- September: Top-Empfehlung — warm, schön, weniger voll als Sommer
- Oktober: Herbstfarben, kühler, ruhig — sehr beliebt bei Wiederkehrern
- November: Schon winterlich, viele Schließungen beginnen
- Dezember: Sehr ruhig, kalt, sentimental schöne Stimmung
Wann sollten Sie reservieren?
Unabhängig von der Jahreszeit gilt: Wer in privaten Unterkünften übernachten möchte, sollte frühzeitig planen.
- Mai bis September: Mindestens 2 Monate im Voraus für beliebte Etappenorte
- April und Oktober: 3–4 Wochen Vorlauf
- November bis März: Wenige Tage genügen
Auf den letzten 100 km — also ab Sarria — ist die Lage besonders angespannt. In Palas de Rei kommen Pilger nach 65 km bis Santiago müde an und brauchen eine garantierte Unterkunft.
Unsere Empfehlung
Wenn Sie freie Wahl haben: Mitte Mai bis Anfang Juni oder Mitte September bis Mitte Oktober. Beste Mischung aus Wetter, Landschaft und Pilgerzahl.
Wenn Sie nur im Sommer Zeit haben: Starten Sie früh, planen Sie längere Pausen, reservieren Sie Unterkünfte im Voraus und genießen Sie die internationale Atmosphäre.
Wo übernachten in Palas de Rei — das ganze Jahr über
Casa Andaina ist ganzjährig geöffnet. Im Winter sorgt die Zentralheizung für warme Räume nach einer regennassen Etappe, im Sommer halten die dicken Steinmauern das Innere kühl. Mit 6 Schlafzimmern in zwei unabhängigen Apartments eignet sich das Haus sowohl für Paare als auch für Gruppen, die gemeinsam pilgern.
- Direktbuchung ohne Provision: 982 204 131
- Lage: Rúa Mercado, direkt am Jakobsweg
- Voll ausgestattete Küchen: für eigene Mahlzeiten
- Glasfaser-WLAN: zum Planen der nächsten Etappe
Lesen Sie auch unsere Leitfäden zur Etappe Portomarín – Palas de Rei und zu den letzten 100 km von Sarria nach Santiago. Aktuelle Angebote für Pilger finden Sie hier.
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