Welchen Jakobsweg wählen? Die fünf wichtigsten Routen im Vergleich
Francés, Portugiesischer Weg, Norte, Primitivo oder Englischer Weg? Ehrlicher Vergleich der fünf Routen und warum der Camino Francés die beste erste Wahl ist.
Wer zum ersten Mal vom Jakobsweg träumt, merkt schnell: Den einen Jakobsweg gibt es nicht. Ein ganzes Netz historischer Pilgerrouten führt nach Santiago de Compostela, und jede hat ihren eigenen Charakter. Die fünf wichtigsten sind der Camino Francés, der Camino Portugués, der Camino del Norte, der Camino Primitivo und der Camino Inglés. Welcher davon passt zu Ihnen? Das hängt von Ihrer Zeit, Ihrer Kondition und davon ab, was Sie unterwegs suchen: Gemeinschaft oder Stille, Meer oder Berge. Wir leben und arbeiten in Palas de Rei, mitten auf dem Camino Francés, und sehen jeden Tag Pilger ankommen. Hier ist unser ehrlicher Vergleich.
Worauf es bei der Wahl wirklich ankommt
Bevor wir die Routen einzeln durchgehen, lohnt ein Blick auf die vier Fragen, die die Entscheidung meist klären:
- Wie viel Zeit haben Sie?: Ein kompletter Camino Francés braucht rund fünf Wochen, der Camino Inglés nur fünf bis sechs Tage.
- Wie fit sind Sie?: Zwischen dem flachen Portugués und dem bergigen Primitivo liegen Welten.
- Was möchten Sie sehen?: Weite Hochebenen, grüne Eichenwälder, Atlantikküste oder einsames Bergland – jede Route hat ihre eigene Landschaft.
- Suchen Sie Gesellschaft oder Ruhe?: Auf dem Francés sind Sie nie allein, auf dem Primitivo wandern Sie manchmal stundenlang, ohne jemandem zu begegnen.
Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle – mehr dazu in unserem Beitrag über die beste Jahreszeit für den Jakobsweg.
Camino Francés: der Klassiker
Der Camino Francés ist die berühmteste aller Routen: rund 770 Kilometer von Saint-Jean-Pied-de-Port am Fuß der Pyrenäen über Pamplona, Burgos und León bis nach Santiago, meist in 30 bis 33 Etappen. Fast die Hälfte aller Pilger wählt diesen Weg – aus gutem Grund.
- Schwierigkeit: insgesamt moderat. Die Pyrenäenüberquerung am Anfang und die endlosen Geraden der Meseta fordern eher den Kopf als die Beine.
- Landschaft: die ganze Vielfalt Nordspaniens – Weinberge in Navarra und La Rioja, Kornfelder Kastiliens und schließlich die grünen Hügel Galiciens.
- Infrastruktur: unschlagbar. Herbergen und Unterkünfte in fast jedem Dorf, perfekte Beschilderung und Gepäcktransport von Etappe zu Etappe für etwa 8–10 € pro Rucksack.
- Betrieb: hier ist am meisten los, besonders im Sommer auf den letzten 100 Kilometern ab Sarria.
Für wen? Für alle, die zum ersten Mal pilgern, die internationale Pilgergemeinschaft erleben möchten oder auf verlässliche Infrastruktur angewiesen sind.
Camino Portugués: die sanfte Alternative
Der Camino Portugués führt von Lissabon (rund 620 km) oder – deutlich beliebter – von Porto (rund 240 km) nordwärts nach Santiago. Er ist inzwischen die zweitbeliebteste Route.
- Schwierigkeit: niedrig. Kaum nennenswerte Steigungen, viele Etappen lassen sich flexibel verkürzen.
- Landschaft: Weinberge, Eukalyptuswälder, historische Städtchen wie Ponte de Lima – und auf der Küstenvariante der Atlantik als ständiger Begleiter.
- Betrieb: lebhaft, aber spürbar ruhiger als auf dem Francés.
Für wen? Für Pilger mit etwa zwei Wochen Zeit, die es körperlich gemächlicher angehen wollen, ohne auf gute Infrastruktur zu verzichten.
Camino del Norte: Meerblick mit Muskelkater
Der Camino del Norte verläuft über rund 820 Kilometer von Irún immer an der Küste entlang, durch das Baskenland, Kantabrien und Asturien.
- Schwierigkeit: hoch. Der Weg steigt unablässig zu Klippen auf und zu Flussmündungen ab – am Ende summieren sich mehr Höhenmeter als auf dem Francés.
- Landschaft: vielleicht die schönste überhaupt: wilde Strände, Fischerdörfer, grüne Steilküste und Städte wie San Sebastián.
- Betrieb: deutlich ruhiger; das Herbergsnetz ist dünner, etwas Planung ist nötig.
Für wen? Für trainierte Wanderer mit fünf Wochen Zeit, die das Meer lieben und Einsamkeit nicht scheuen.
Camino Primitivo: der älteste und härteste
Der Camino Primitivo ist der Ursprung von allem: Im 9. Jahrhundert pilgerte König Alfons II. von Oviedo zum kurz zuvor entdeckten Apostelgrab. Rund 320 Kilometer führen durch das asturische und galicische Bergland, bis der Weg in Melide – eine Etappe hinter Palas de Rei – auf den Camino Francés trifft.
- Schwierigkeit: die höchste aller Hauptrouten. Lange, einsame Bergetappen mit kräftigen Anstiegen.
- Landschaft: ursprüngliches Bergland, wenige Ortschaften, viel Stille.
- Betrieb: wenige Pilger, dafür eine enge, fast familiäre Gemeinschaft.
Für wen? Für erfahrene Wanderer mit guter Kondition und etwa zwei Wochen Zeit, die die Berge dem Komfort vorziehen.
Camino Inglés: kurz und still
Der Camino Inglés erinnert an die Seepilger aus England und Irland, die im Mittelalter in den Häfen von Ferrol und A Coruña an Land gingen. Ab Ferrol sind es rund 120 Kilometer in fünf bis sechs Etappen – genug für die Compostela-Urkunde.
- Schwierigkeit: moderat, mit einigen welligen Abschnitten.
- Landschaft: Meeresarme, Eukalyptus und stille galicische Dörfer.
- Betrieb: die ruhigste der fünf Routen.
Für wen? Für alle, die nur eine Woche Zeit haben und dem Trubel bewusst ausweichen möchten.
Der Kurzcheck: Welcher Weg passt zu Ihnen?
- Ihr erster Jakobsweg: Camino Francés – ohne Wenn und Aber.
- Wenig Höhenmeter, gern Meer: Camino Portugués ab Porto.
- Sportlich, einsam, ursprünglich: Camino Primitivo.
- Küste satt und fünf Wochen Zeit: Camino del Norte.
- Nur eine Woche Urlaub: Camino Inglés – oder die letzten 100 Kilometer des Camino Francés ab Sarria.
Warum der Camino Francés die beste erste Wahl bleibt
Nach allem Für und Wider bleibt unsere Empfehlung für den ersten Jakobsweg eindeutig: der Camino Francés. Nirgendwo sonst ist die Infrastruktur so dicht, dass Sie Etappen spontan verkürzen oder verlängern können. Nirgendwo ist die Beschilderung so zuverlässig – verlaufen ist praktisch unmöglich. Und nirgendwo erleben Sie diese besondere Mischung aus Nationen, Generationen und Geschichten, die den Jakobsweg zu mehr macht als einer Wanderung. Dazu kommt: Der Francés lässt sich an jedes Zeitbudget anpassen. Wer keine fünf Wochen hat, startet in León, Ponferrada oder Sarria – von dort sind es gut 110 Kilometer, mehr als die für die Compostela nötigen 100.
Und gerade diese letzten Kilometer haben es in sich: Sarria, Portomarín mit seinem Stausee und dann der Weg nach Palas de Rei durch Eichenwälder und Steindörfer. Die klassische Etappe von Portomarín nach Palas de Rei gilt vielen als die schönste Galiciens. Von Palas de Rei sind es noch 65 Kilometer bis Santiago – drei Tage voller Vorfreude.
Wenn Sie die Planung lieber in lokale Hände legen möchten: OurWay.Travel (https://ourway.travel), eine kleine Agentur direkt in Palas de Rei, organisiert geführte Erlebnisse, gastronomische Routen durch Galicien und die Logistik für Gruppen.
Ihr Zuhause in Palas de Rei: Casa Andaina
Wo auch immer Sie starten – wenn Sie den Camino Francés gehen, kommen Sie durch Palas de Rei. Und dort erwartet Sie die Casa Andaina, ein Landhaus in der Rúa Mercado 17, mitten im Ortszentrum und direkt am Weg:
- 6 Schlafzimmer: in zwei unabhängigen Apartments für 10 bzw. 5 Personen
- 2 komplett ausgestattete Küchen: und 2 Bäder mit Badewanne – Balsam für müde Beine
- Glasfaser-WLAN und Zentralheizung
- Keine Waschmaschine im Haus, aber zwei Waschsalons nur 50 m entfernt
Ein Apartment gibt es ab 140 € pro Nacht, das ganze Haus ab 250 € pro Nacht – bei Direktbuchung ohne Kommissionen. Mehr über unsere Unterkunft am Jakobsweg und die Anreise nach Palas de Rei finden Sie auf unserer Website. Oder rufen Sie uns einfach an: +34 982 204 131. Buen Camino!
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